Grundschule Wielenbach
   
 
Unterhausen

   

Unterhausen

 

 

Der Ortsname Unterhausen, ursprünglich einfach Hausen, weist auf eine engere Gruppierung von Häusern, Hausungen hin, die als Nebenort des älteren Wielenbach oder Weilheim entstanden sind. Der Namenszusatz „Unter-“ hat sich erst später aus der Sicht der Stadt Weilheim ergeben; von dort sah man Hausen als nördlich unterhalb der Stadt gelegen an.

 

In Urkunden erscheint der Name „Hausen“ erstmals im 15. Jh. als Landsitz angesehener, siegelberechtigter Bürger der Stadt Weilheim. Höfe in der Unterhausener Flur hatten damals auch die Klöster Polling und Heilig-Berg (Andechs). Zu Hausen gehörte auch der schon 1176 urkundlich erwähnte Weiler Dietelhofen, der Sitz der Edlen von Dietelhofen.

 

Um 1350 wurde neben einer bereits bestehenden Kapelle von den Herren des mittleren Schlosses in Pähl eine Kirche im gotischen Stile zu Ehren der Gottesmutter errichtet, zu der bald viele Pilger kamen. Die Kirche erhielt ca. ein Jahrhundert später den Rang einer Wallfahrtskirche. Besonders die Edlen von Schondorf, Herren des mittleren Schlosses und Gerichtsherren, setzten sich für einen würdigen Zustand der Kirche ein. Sie traten auch ihre Zehntrechte für die Unterhauser Flur und ein Wohn- und Ökonomiegebäude an den Ortspfarrer ab und hatten so das Patronatsrecht, das Recht den Ortspfarrer einzusetzen. Zwei große Grabplatten aus rotem Marmor vor den beiden Seitenaltären der Kirche erinnern noch an diese Wohltäter.

 

1621 gestaltete der berühmte Bildhauer Johann Degler aus Weilheim den Hochaltar der Kirche neu mit dem Standbild Maria mit dem Kinde. Als man 1772/73 die alte Decke der Kirche entfernte, schuf der weithin bekannte Maler Johann Baptist Bader, genannt Lechhansl, die Fresken der neuen Decke mit dem Thema „Verherrlichung der allerseligsten Jungfrau Maria“. Sie zeigen Mariae Geburt, Heimsuchung und Himmelfahrt.

 

Das zentrale Deckengemälde „Heimsuchung Mariae“, der Besuch von Maria und Josef bei Elisabeth und Zacharias, wird als eine Übersetzung des Lukasevangeliums (1/39ff) ins Altbayerische bezeichnet. Es verweist auf das Fest Mariae Heimsuchung (2.Juli), den Patroziniumstag der Kirche, der über Jahrhunderte viele Pilger in die Dorfkirche von Unterhausen führte.

 

Aus der langen Reihe der Pfarrherren seien Sebastian Andre und sein Nachfolger Ignaz Manz (gestorben 1814) genannt, die neben ihren vielfältigen seelsorgerischen Aufgaben, der Schuljugend des Ortes den sog. Deutschen Elementarunterricht erteilten, um ihr den weiten Weg nach Weilheim zu ersparen. Wenig später wurden die Unterhausener Kinder dann der Schule in Wielenbach zugeteilt.

                                                                                                           

 

Seine Bedeutung als Wallfahrtsort behielt Unterhausen bis in die Zeit zwischen den Weltkriegen.

 

Straßennamen Unterhausens erinnern an die Pfarrherren Sebastian Andre, Ignaz Manz und Martin Raith, an die Edlen von Schondorf und an den Lechhansl.

 

Obwohl Unterhausen am 1.Januar 1978 in die Stadt Weilheim eingemeindet wurde und damit seine politische Selbständigkeit verlor, können sich die Einwohner des Ortes mit Recht zuerst als Unterhausener und dann als Weilheimer verstehen.

 

(Weitgehend nach Andreas Schmidtner, Hausen nächst bei Weilheim, veröffentlicht in den Nummern 1 bis 5 und 7 bis 13 des „ Weilheim- Werdenfelser Wochenblatts“ vom Jahr 1973, hsg. von Reinhard Schmid, Weilheim im Okt. 1977)

 

Zusammengefasst von Michaela Hiebler, Schule Wielenbach

 



 
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